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STAVROS NIARCHOS FOUNDATION
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Ein Gastspiel mit dem Titel „Nikos Kazantzakis: An Odyssey in Music“ in der New Yorker Carnegie Hall, eine Hommage an die griechische Dichterin Marianina Kriezi und Monteverdis L'Orfeo in der Regie von William Kentridge, koproduziert mit Glyndebourne und der New Yorker Metropolitan Opera: In dieser Kombination zeigt sich das Profil der Griechischen Nationaloper (GNO). Internationales Repertoire neben griechischen Eigenproduktionen, die sonst nirgends entstehen würden.
Die Spielzeit 2026/27 umfasst sechs Neuproduktionen und ein Gastspiel des GNO-Orchesters in der Carnegie Hall. Dazu kommen sechs Wiederaufnahmen, darunter Robert Wilsons Otello, Tosca und das Familienstück Die Nachtigall des Kaisers von Lena Platonos. Die GNO hat sich mittlerweile, einige Jahre nach der Eröffnung des Neubaus am Hafen von Piräus, einen festen Platz in der europäischen Opernszene erarbeitet und sich zur “Neue(n) Kunst-Akropolis” (Welt) entwickelt.
Die kommende Saison dürfte das bestätigen. Das 1939 gegründete Haus ist seit 2017 im von Renzo Piano entworfenen Kulturzentrum der Stavros Niarchos Foundation in Athen zu Hause. Unter ihrem Künstlerischen Leiter Giorgos Koumendakis hat sich die GNO konsequent international geöffnet und erweitert. „Das Repertoire der Griechischen Nationaloper schlägt in der Saison 2026/27 mit bedeutenden Uraufführungen und Wiederaufnahmen neue Richtungen ein.“, sagt Giorgos Koumendakis.
In der neuen Saison bringt die Griechische Nationaloper renommierte Regisseure, Bühnen- und Kostümbildner sowie Choreografen aus Griechenland und der ganzen Welt zusammen, darunter William Kentridge, Stephen Langridge, Katie Davenport, Valentina Turcu, Alexandros Eflkidis, Eirini Vianelli, Sabine Theunissen und Alan Hranitelj.
Die Inszenierungen werden musikalisch geleitet von international renommierten Dirigenten sowie von aufstrebenden griechischen Dirigenten, darunter Vassilis Christopoulos, Konstantinos Terzakis, Dmitri Jurowski, Pier Giorgio Morandi, Jacques Lacombe, Sesto Quatrini, Lukas Karytinos, José Salazar u. a.
In den Produktionen der Spielzeit 2026/27 wird das Publikum neben den GNO-Stars Dimitri Platanias, Tassis Christoyannis, Cellia Costea, Vassiliki Karayanni, Dionysios Sourbis, Tassos Apostolou, Petros Magoulas, Yanni Yannissis und Yannis Christopoulos, Auftritte von weltbekannten griechischen und internationalen Künstlern erleben, darunter Sonya Yoncheva, Ermonela Jaho, Charles Castronovo, Brian Jagde, Arturo Chacón-Cruz, Riccardo Massi, Marcelo Puente, Anita Rachvelishvili, Christos Kechris, Mary-Ellen Nesi, Dmitry Golovnin, Hovhannes Ayvazyan, Matilde Wallevik, Danae Kontora und Anna Agathonos sowie Chrysanthi Spitadi.
Die Neuproduktionen im Überblick
MUSIKTHEATER · Hommage an die Lyrikerin Marianina Kriezi – Den Auftakt macht am 1. Oktober 2026 Even If You Go Away…, eine Hommage der Sängerin Dimitra Galani an die griechische Dichterin Marianina Kriezi, deren Liedtexte – von „Rosa-Rosalia“ bis „Plateia Amerikis“ – sich tief in das musikalische Gedächtnis Griechenlands eingeschrieben haben. Bekannt vor allem durch die Radiosendung Lilipoupoli, arbeitete Kriezi mit Komponist:innen wie Lena Platonos und Nikos Kypourgos zusammen. Galani steht gemeinsam mit Savina Yannatou und Yannis Palamidas auf der Bühne.
OPER · Monteverdis L’Orfeo mit William Kentridge – Am 30. Oktober 2026 bringt die GNO Claudio Monteverdis L’Orfeo erstmals zur Aufführung – jenes Werk von 1607, das die Gattung Oper begründet hat. Die Produktion entsteht als Koproduktion mit der Glyndebourne Festival Opera und der New Yorker Metropolitan Opera. Regie führt der südafrikanische Künstler William Kentridge. Er übersetzt den Mythos vom Sänger, der seine tote Geliebte aus der Unterwelt zurückholen will, durch Animation, Videoprojektion und Collage in ein vielschichtiges Bildtheater.
OPER · Tschaikowskys Pique Dame – Am 6. Dezember 2026 feiert die Neuproduktion von Tschaikowskys Pique Dame Premiere – Regie führt Stephen Langridge, Künstlerischer Leiter des Glyndebourne Festivals. Er siedelt die Handlung am Hofe Katharinas der Großen an. Am Pult steht Dmitri Jurowski, Dmitry Golovnin singt die Rolle des Hermann.
OPER · Strawinskys The Rake’s Progress – Ab 5. März 2027 läuft Igor Strawinskys The Rake’s Progress in der Inszenierung von Alexandros Efklidis – eine moralische Erzählung über das Streben nach Glück und die Grenzen des freien Willens. Efklidis liest die Oper als „lebendiges Opernmuseum“: eine Reise durch Epochen und Ästhetiken der Gattung selbst. Es dirigiert Jacques Lacombe, es singen u.a.: Anita Rachvelishvili, Dimitri Platanias und Danae Kontora.
BALLETT · Tennessee Williams Endstation Sehnsucht – Ab 12. Februar 2027 tanzt das GNO-Ballett Endstation Sehnsucht nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Tennessee Williams: die Geschichte einer Frau, die nach einem frühen Trauma bei ihrer Schwester Zuflucht sucht und auf deren Mann trifft – eine Begegnung von Anziehung und Gewalt, in der die Illusion an der Wirklichkeit zerbricht. Valentina Turcu entwickelt aus dem Stoff eine choreografische Neuschöpfung in Koproduktion mit dem Slowenischen Nationaltheater Maribor.
HALBSZENISCHE INSZENIERUNG · Beethovens Missa solemnis; szenisch; mit dem gesamten künstlerischen Ensemble der GNO – Zum Saisonfinale bringt die GNO Beethovens Missa solemnis erstmals in einer szenischen Fassung auf die Bühne – mit Orchester, Chor und Ballett des Hauses.
KONZERT · Gastspiel in der Carnegie Hall – Bereits am 15. Oktober 2026, noch vor der Saisoneröffnung in Athen, reist das Orchester der GNO nach New York. In der Carnegie Hall spielt es ein Programm zu Ehren von Schriftsteller Nikos Kazantzakis (1883-1957) – mit Werken von Hadjidakis, Skalkottas, Mitropoulos, Koumendakis und Theodorakis, mit Anita Rachvelishvili (Mezzosopran) und Maria Kostraki (Sopran).
Die Griechische Nationaloper wird vom griechischen Kulturministerium gefördert
Hauptstifter der Griechischen Nationaloper: Stavros Niarchos Foundation
Das vollständige Programm 2026/27 in chronologischer Übersicht finden Sie
Musiktheater • Neuproduktion
Even If You Go Away……: Hommage an Marianina Kriezi
1., 3., 4. und 7. Oktober 2026
Beginn: 20.00 Uhr
GNO Stavros Niarchos Saal – Stavros Niarchos Foundation Cultural Center
Künstlerische Leiterin: Dimitra Galani
Leitende Regisseurin: Katerina Petsatodi
Künstlerische Leitung: Lila Sotiriou
Arrangements: Serafeim Giannakopoulos, Antonis Sousamoglou
Videoanimation: Eirini Vianelli | Lichtdesign: Eleftheria Deko
Leiterin des Kinderchors: Konstantina Pitsiakou
Sänger:innen: Dimitra Galani, Savina Yannatou, Yannis Palamidas
Unter Mitwirkung eines Instrumentalensembles und des GNO-Kinderchors*
* im Rahmen seines pädagogischen Auftrags
Dimitra Galani präsentiert in der Griechischen Nationaloper eine musikalische Darbietung, die Marianina Kriezi gewidmet ist, der Lyrikerin, die Anspielungen auf den Alltag spielerisch in den Gesang einbrachte. Von den Liedern „Rosa-Rosalia“, „Koperti“ und „Plateia Amerikis“ bis hin zu „Flight 201“ und von „Gyali-Dounias“ und „Serenata“ bis hin zu „Ta Isycha Vradia“ zeigte Marianina Kriezi stets eine unverwechselbare kreative Freiheit und widersetzte sich jeder Kategorisierung ihres Werks.
Als Künstlerin von seltener Sensibilität, mit einem unruhigen und verspielten Blick und einem zutiefst weiblichen Schreibstil, der weniger als Identität für ihr künstlerisches Schaffen diente, sondern vielmehr als eine Art, die Welt wahrzunehmen. Sie schrieb zärtlich, ironisch und mit Feinsinn, legte Wert auf Emotionen und kleine Details, die oft unbemerkt bleiben, mit einer unverfälschten Perspektive, die manchmal schelmisch war, aber immer mit einer Freiheit, die sie nie verlor. In ihren Händen wurde Sprache zum Spiel, zum Lied, zur Notiz und zur Anspielung, und sie fand Poesie dort, wo die meisten Menschen nur den Alltag sehen. Kriezi konnte das Bedeutungslose in etwas Kostbares und Sinnvolles verwandeln.
Songtexte, die zu beliebten Liedern der griechischen Musikgeschichte wurden, Theaterstücke für Revuen, die im Theater „Eleftheri Skini“ aufgeführt wurden, Gedichtbände, Radiosendungen und ein unerschütterlicher Glaube an die Kraft der Sprache und der Kunst – all dies prägt die facettenreiche Identität der Künstlerin und ihr breit gefächertes kreatives Mosaik. Ihr Name war untrennbar mit der legendären Radiosendung „Lilipoupoli“ verbunden, in der die Fantasie der Kinder auf Poesie, Musik und Singen traf. Sie schrieb für diejenigen, die bewegt werden, lachen, sich erinnern, sich gegen Überheblichkeit und Zynismus wehren und ihrem inneren Kind weiterhin zuzwinkern wollen.
In Zusammenarbeit mit Komponist:innen wie Lena Platonos, Nikos Kypourgos, Dimitris Maragopoulos, Lakis Papadopoulos und Yannis Spanos schuf sie einen unschätzbaren Mikrokosmos, der sich von den Anforderungen der Plattenindustrie und dem vergänglichen Glanz von Radiohits abhob.
Die von Dimitra Galani konzipierte und kuratierte Aufführung „Even If You Go Away…“ ist eine Begegnung mit diesem außergewöhnlichen Universum. Vier Abende, gewidmet einer Schöpferin, die uns daran erinnerte, dass sich Poesie im Spiel verbergen kann, dass Sensibilität Macht ist und dass in uns immer ein Kind wohnen wird, das weiter träumt. Auf der Bühne werden Savina Yannatou und Yannis Palamidas gemeinsam mit Dimitra Galani die Lieder von Marianina Kriezi aufführen. Die Lieder der Aufführung, arrangiert von Serafeim Giannakopoulos und Antonis Sousamoglou, die im Gedächtnis des Publikums tief verankert sind, kehren durch einen neuen klanglichen Ansatz zurück – einen „überarbeiteten“ Sound, der mit der Gegenwart im Dialog steht und die Lyrik sowie das Verspielte in Kriezis Texten hervorhebt. Die Aufführung wird von einem sechsköpfigen Instrumentalensemble begleitet. Katerina Petsatodi fungiert als leitende Regisseurin; Lila Sotiriou ist für die künstlerische Leitung zuständig; Eirini Vianelli ist verantwortlich für die Animationen, die die Geschichten der Lieder begleiten; und Eleftheria Deko entwirft das Lichtdesign.
Die GNO wird vom griechischen Kulturministerium gefördert
Produktionssponsor: Public Power Corporation (PPC)
Hauptstifter der GNO: Stavros Niarchos Foundation (SNF)
Der Kartenvorverkauf beginnt am 1. Juni 2026.
Für Mitglieder von operaclub.nationalopera.gr ist der Vorverkauf bereits eröffnet.
Die Griechische Nationaloper reist nach New York in die Carnegie Hall • Konzert
Nikos Kazantzakis: An Odyssey in Music
Werke von Hadjidakis, Skalkottas, Mitropoulos, Koumendakis, Theodorakis
15. Oktober 2026
Beginn: 20.00 Uhr
Carnegie Hall – Stern Auditorium / Perelman Stage
Dirigent: Vassilis Christopoulos
Solist:innen: Anita Rachvelishvili, Maria Kostraki
Mit dem Orchester der Griechischen Nationaloper und Solist:innen
Die Griechische Nationaloper startet ihr Tournee-Programm für die neue Saison mit einem besonderen internationalen Konzert, das den Rhythmus griechischer Musikschöpfung ins Herz von New York bringt. Am 15. Oktober 2026 wird das Konzert mit dem Titel „Nikos Kazantzakis: An Odyssey in Music“ in der legendären Carnegie Hall (Stern Auditorium / Perelman Stage) das Publikum auf eine Reise durch die Welt von Nikos Kazantzakis mitnehmen – durch großartige Werke griechischer Komponisten, die von seinen Beiträgen und seiner Persönlichkeit inspiriert sind.
Das Konzert wird durch eine Förderung der Stavros Niarchos Foundation (SNF) ermöglicht, um die künstlerische Reichweite der GNO zu stärken, und ist Teil der Feierlichkeiten zum 30-jährigen Jubiläum der SNF.
Mit Werken von Manos Hadjidakis, Nikos Skalkottas, Dimitri Mitropoulos, Giorgos Koumendakis und Mikis Theodorakis schafft das Programm eine vielschichtige musikalische Landschaft, in der Literatur mit Klang in Dialog tritt und die griechische Identität eine universelle Dimension annimmt. Unter der Leitung von Vassilis Christopoulos werden bei dem Konzert die Mezzosopranistin Anita Rachvelishvili und die Sopranistin Maria Kostraki zu hören sein. Sie unterstreichen die zeitlose Wirkung von Kazantzakis’ Universum durch vielfältige Musikstile, Stimmen und Ästhetiken und bilden eine einzigartige musikalische Brücke, die verschiedene Generationen griechischer Komponisten miteinander verbindet. Manos Hadjidakis’ „Captain Michalis“, Nikos Skalkottas’ drei „Kretische Tänze“, Dimitri Mitropoulos’ „Kretisches Fest“, Giorgos Koumendakis’ symphonisches Werk „Amor Fati“ und Mikis Theodorakis’ „Zorba, der Grieche“ schaffen eine einzigartige musikalische Erzählung, in der Kazantzakis’ Hauptthemen wie Freiheit, Glaube, Konflikt und Transzendenz in Klang verwandelt werden.
Dieses Konzert dient als symbolische und wirkungsvolle Brücke zwischen Griechenland und der internationalen Kulturszene.
Das Konzert findet unter der Schirmherrschaft der griechisch-orthodoxen Erzdiözese von Amerika und des griechischen Generalkonsulats in New York statt; ein Teil der Einnahmen kommt der Organisation „Together for Children“ zugute.
Die GNO wird vom griechischen Kulturministerium finanziert
Hauptstifter der GNO & Sponsor des Tourprogramms: Stavros Niarchos Foundation (SNF)
Der Kartenvorverkauf beginnt im Juni 2026 über die Carnegie Hall.
Oper • Neuproduktion
L’Orfeo
Claudio Monteverdi
Eine Koproduktion mit der Glyndebourne Festival Opera und der New York Metropolitan Opera
30. Oktober sowie 1., 4., 6., 8., 10., 12. und 14. November 2026
Beginn: 19.30 Uhr (Sonntag, 1.11. 18.30 Uhr – 8.11.: 20.00 Uhr)
GNO Stavros Niarchos Saal – Stavros Niarchos Foundation Cultural Center
Dirigent: Konstantinos Terzakis
Regie: William Kentridge
Bühnenbild: Sabine Theunissen | Kostümdesign: Greta Goiris|
Choreografie: Gregory Maqoma | Lichtdesign: Urs Schönebaum | Videodesign: Janus Fouché
Chorleiter: Agathangelos Georgakatos
Mit Christos Kechris, Petros Magoulas, Mary-Ellen Nesi, Maria Kostraki
Mit Solist:innen, Orchester und Chor der GNO
Die Griechische Nationaloper eröffnet die Spielzeit 2026/27 mit einer neuen großen internationalen Koproduktion mit zwei führenden Opernhäusern aus Europa und den Vereinigten Staaten: der Glyndebourne Festival Opera und der New York Metropolitan Opera. Monteverdis „L’Orfeo“ – ein Meilenstein in der Musikgeschichte, der die Geburt der Oper als vollwertige dramatische Kunst markiert – wird zum ersten Mal von der GNO präsentiert. Geprägt vom renommierten und vielseitigen Künstler William Kentridge verwandelt sich dieses symbolträchtige Werk in eine vielschichtige audiovisuelle Landschaft, in der Themen wie Erinnerung, Zeit und Verlust Gestalt, Bewegung und materielle Dimensionen annehmen. „L’Orfeo“ wird ab dem 30. Oktober für acht Vorstellungen in der Stavros Niarchos Hall zu sehen sein.
Die Produktion wird durch eine Förderung der Stavros Niarchos Foundation (SNF) ermöglicht, um die künstlerische Reichweite der GNO zu stärken.
Claudio Monteverdis L’Orfeo, 1607 im Auftrag des Herzogs von Mantua komponiert, vereint erfolgreich Musik, Sprache und theatralisches Geschehen zu einem einzigen Ausdruckssystem, in dem jedes Element der dramatischen Wahrheit dient. Das Werk, das die spätere Entwicklung der Oper prägte, nutzt den antiken griechischen Mythos als Vehikel und überwindet die Zeit, indem es grundlegende existenzielle Fragen wie Liebe, Verlust, die Angst vor dem Tod und das unbesiegbare menschliche Verlangen, diesen zu überwinden, thematisiert. Vier Jahrhunderte nach seiner Entstehung bleibt Monteverdis „L’Orfeo“ ein höchst zeitgenössisches Werk, das durch die Einfachheit und Reinheit seiner Form den Kern der menschlichen Existenz berührt.
Als typisches Beispiel für die Ästhetik des Frühbarocks verbindet „L’Orfeo“ strukturelle Einfachheit mit einer beispiellosen Ausdruckskraft. Durch seine Rezitative, Arien, Chor- und Orchesterpassagen schafft Monteverdi ein musikalisches Universum, in dem Sprache und Musik untrennbar miteinander verschmelzen und dem Drama mit unvergleichlicher Unmittelbarkeit dienen. Die berühmte Arie „Possente spirto“, einer der Höhepunkte der Oper, fängt die Kraft der Musik ein, zu überzeugen und Emotionen zu wecken, und offenbart zugleich die Technik und die Ausdruckskunst des Protagonisten.
William Kentridge, 1955 in Johannesburg geboren, gilt weltweit als einer der renommiertesten und vielseitigsten bildenden Künstler, der sowohl bei der Schaffung audiovisueller Werke als auch in Opern- und Theateraufführungen eine einzigartige Präsenz zeigt. Seine Methode verbindet Design, Schriftstellerei, Film, Performance, Musik und Theater sowie kollaborative Praktiken, die alle darauf abzielen, Kunstwerke zu schaffen, die auf Politik, Wissenschaft, Literatur und Geschichte basieren und deren Kontraste und Ungewissheiten thematisieren. Er hat seine Spuren in emblematischen Opernproduktionen hinterlassen, darunter Mozarts „Die Zauberflöte“, Bergs „Wozzeck“ und „Lulu“, die an den renommiertesten Opernhäusern der Welt aufgeführt wurden, wie der New Yorker Metropolitan Opera, der Mailänder Scala, der English National Opera, der Opéra de Lyon, der Amsterdamer Oper und der Oper in Sydney sowie bei den Salzburger Festspielen. Seine Werke wurden zudem in einigen der weltweit bedeutendsten Museen ausgestellt, darunter das MOMA (New York), der Louvre (Paris), die Whitechapel Gallery, die Royal Academy of Arts (London) und das Kunstzentrum des Nationalmuseums Reina Sofía (Madrid).
William Kentridges neuer Regieansatz unterstreicht die Offenheit der Oper und greift gleichzeitig auf ihre unverwechselbare Bildsprache zurück. Durch eine kunstvolle Mischung aus Live-Action, Animation, Videoprojektionen und Collagen entsteht eine vielschichtige Bühnenwelt. Die Inszenierung versucht nicht, das Werk zu erklären, sondern schafft Raum für vielfältige Interpretationen und lenkt die Aufmerksamkeit auf Lücken und Pausen als aktive Elemente der Dramaturgie.
Die GNO wird vom griechischen Kulturministerium gefördert
Produktionssponsor: Public Power Corporation (PPC)
Hauptstifter der GNO & Produktionssponsor: Stavros Niarchos Foundation (SNF)
Der Kartenvorverkauf beginnt am 1. Juni 2026.
Die Buchung für Mitglieder von operaclub.nationalopera.gr ist bereits möglich.
Oper für junges Publikum • Wiederaufnahme
Die Nachtigall des Kaisers
Lena Platonos
3., 5., 11., 12., 13. November, 27. Dezember 2026 sowie 3., 9., 10. Januar 2027
Beginn: 11.00 Uhr
GNO Stavros Niarchos Saal – Stavros Niarchos Foundation Cultural Center
Bearbeitung: Lena Platonos, Stergios Tsirliagos
Libretto: Giorgos Voloudakis
Regie: Katerina Petsatodi
Animation: Eirini Vianelli | Bühnenbild: Evangelia Therianou
Kostümdesign: Alexia Theodoraki | Sounddesign: Stergios Tsirliagos
Was passiert, wenn die Kunst der Oper auf Animation und die elektronischen Klänge von Synthesizern trifft? Die Antwort darauf wird auf der Bühne des Stavros-Niarchos-Saals mit der Wiederaufnahme von Lena Platonos’ musikalischem Märchen „Die Nachtigall des Kaisers“ präsentiert, das ab dem 3. November für neun Vorstellungen auf dem Programm steht. Basierend auf Hans Christian Andersens gleichnamigem Märchen kehrt das Werk nach dem begeisterten Empfang in den Spielzeiten 2018/19 und 2019/20 an die Griechische Nationaloper zurück.
Die Geschichte spielt am Hofe des chinesischen Kaisers, in einer Welt, in der die Technologie alle authentischen Erfahrungen ersetzt zu haben scheint. Als der Kaiser eine echte Nachtigall entdeckt, ist er von ihrem Gesang verzaubert und sieht sich mit der überwältigenden Kraft der Kunst konfrontiert. Die Ankunft einer mechanischen „perfekten“ Nachtigall entzieht ihn jedoch dieser Erfahrung und führt allmählich zu seiner Entfremdung. Erst als das künstliche Konstrukt nicht mehr funktioniert und er selbst dem Tod gegenübersteht, stellt die Rückkehr der echten Nachtigall die Lebenskraft der Kunst und des Lebens wieder her.
Lena Platonos’ Komposition, die sie selbst als „musikalisches Märchen mit opernhaften Elementen“ bezeichnet hat, mit einem Libretto von Giorgos Voloudakis, verwandelt das Märchen in eine moderne Parabel über das Verhältnis der Menschheit zu Technologie und Natur. Mit ihrer unverwechselbaren Kompositionssprache, die analoge und elektronische Klänge verbindet, schafft Platonos ein Klanguniversum von seltener Sensibilität, in dem sich die Einfachheit der Melodie mit Fantasie und Innovation verbindet. Das Nebeneinander von natürlichen und künstlichen Klängen, der fantasievolle Einsatz von Animation und Live-Performance, Lena Platonos’ Melodielinien und ihre meisterhafte Stimmführung machen „Die Nachtigall des Kaisers“ zu einer idealen, facettenreichen Einführung in die magische Welt der Oper für Kinder.
Katerina Petsatodis Regie und Eirini Vianellis Animation erschaffen eine Welt, die vor Farbe und Bewegung vibriert; ein Universum, in dem Paläste und Gärten, Maschinen und Fantasiewesen in einem empfindlichen Gleichgewicht zwischen Natur und Künstlichkeit koexistieren. Das Bild wird Teil der Erzählung und fungiert als weiterer Held, der sich im Verlauf der Handlung weiterentwickelt.
„Die Nachtigall des Kaisers “ ist eine zutiefst poetische Allegorie, die den Wert der Authentizität gegenüber der Künstlichkeit, die Kraft der Kunst, die sich nicht einschränken lässt, und das empfindliche Gleichgewicht zwischen der Menschheit und der Welt, die wir erschaffen, veranschaulicht. Mit seiner bezaubernden Einfachheit und zeitgenössischen Perspektive wird das Werk zu einem umfassenden Bühnenerlebnis, das ein Publikum jedes Alters erreicht und bewegt.
Die GNO wird vom griechischen Kulturministerium gefördert
Hauptstifter der GNO: Stavros Niarchos Foundation (SNF)
Der Kartenvorverkauf beginnt am 1. Juni 2026.
Die Buchung für Mitglieder von operaclub.nationalopera.gr ist bereits möglich.
Oper • Neuproduktion
Pique Dame
Pjotr Iljitsch Tschaikowski
6., 9., 13., 17., 23., 27., 30. Dezember 2026 & 5. Januar 2027
Beginn: 19.00 Uhr (Sonntag: 18.30 Uhr)
GNO Stavros Niarchos Saal – Stavros Niarchos Foundation Cultural Center
Dirigent: Dmitri Jurowski
Regie: Stephen Langridge
Bühnen- und Kostümbild: Katie Davenport
Lichtdesign: Peter Mumford
Chorleiter: Agathangelos Georgakatos
Leiterin des Kinderchors: Konstantina Pitsiakou
Mit Dmitry Golovnin, Dionysios Sourbis, Tassis Christoyannis, Matilde Wallevik, Chrysanthi Spitadi, Yanni Yannissis
Mit Solist:innen, Orchester, Chor und Kinderchor* der GNO
* im Rahmen ihres pädagogischen Auftrags
Pjotr Iljitsch Tschaikowskys äußerst beliebte Oper „Pique Dame“, eines der düstersten und faszinierendsten Werke der Spätromantik, wird von der Griechischen Nationaloper im Dezember 2026 und Januar 2027 als Neuproduktion präsentiert, die das empfindliche Gleichgewicht zwischen romantischer Liebe, Besessenheit und Selbstzerstörung beleuchtet. In der Interpretation des gefeierten Regisseurs und künstlerischen Leiters des Glyndebourne Festivals, Stephen Langridge, verwandelt sich die berühmte Oper in ein düsteres psychologisches Porträt, in dem das Konzept des Schicksals als gnadenlose Kraft wirkt, die den menschlichen Willen untergräbt.
Die dreiteilige Oper „Pique Dame“, basierend auf einem russischen Libretto des Bruders des Komponisten, Modest Tschaikowski, das wiederum von Alexander Puschkins gleichnamiger Novelle inspiriert war, wurde 1890 im Mariinski-Theater in Sankt Petersburg uraufgeführt und wurde schnell zu einem der Meisterwerke des weltweiten Opernrepertoires. In diesem Werk erreicht Tschaikowski einen der höchsten Gipfel seiner kreativen Reife und komponiert eine Oper, in der dramatische Spannung und musikalische Ausdruckskraft zu einem einzigen, unzerbrechlichen Kern verschmelzen. Mit reichhaltiger Orchestrierung, starken Kontrasten und Melodien von kraftvoller lyrischer Ausdruckskraft schafft er eine Klangwelt, die die Schwankungen der menschlichen Seele mit einzigartiger Präzision widerspiegelt.
Im Mittelpunkt steht Herman, ein Mann, der hin- und hergerissen ist zwischen seinem Bedürfnis nach Liebe und seinem Drang, sein eigenes Schicksal zu beherrschen. Er verliebt sich in Lisa, die mit Prinz Yeletsky verlobt ist. Seine Leidenschaft treibt ihn bald dazu, das Geheimnis einer älteren Gräfin zu ergründen, das eine legendäre Kombination aus drei Karten offenbart, die im Spiel stets den Sieg garantiert. Als er versucht, die geheime Kombination zu erpressen, versetzt er die Gräfin in solche Angst, dass sie stirbt. Diese Tat stürzt ihn noch tiefer in den Wahnsinn. Trotz Lisas Liebe zu ihm kann Herman seiner Besessenheit nicht entkommen. In ihrer Verzweiflung nimmt sie sich das Leben, während er, in dem Glauben, nun das Geheimnis zu besitzen, im Spiel alles verliert. Angesichts seines Untergangs und von Schuldgefühlen geplagt, beendet er sein eigenes Leben.
Stephen Langridges Regieansatz hebt die inhärente Kluft zwischen der äußeren und der inneren Welt hervor. Die Welt der Inszenierung wird nicht als stabil und objektiv dargestellt, sondern als ein fließender Raum, in dem Hermans innere Konflikte die Realität selbst sowohl prägen als auch untergraben. Wie der Regisseur charakteristischerweise bemerkt: „Unsere Inszenierung spielt am extravaganten, rücksichtslosen Hof Katharinas der Großen – einer Welt, die von Glücksspiel, Alkohol und unstillbarem Verlangen angetrieben wird –, wo eine junge Frau aus dem aristokratischen Kreis gegen die erstickende Rolle ankämpft, die ihr zugeteilt wurde, und ein verarmter Offizier alles riskiert, um sich einen Platz unter denen zu sichern, die ihn ausschließen.“
„Pique Dame“ feierte am 15. Februar 1963 im Olympia-Theater ihr Debüt an der Griechischen Nationaloper, unter der Leitung von Andreas Paridis, in der Inszenierung von Mladen Sabljić und mit Bühnenbild und Kostümen von Yannis Stefanellis. In dieser Neuproduktion der Griechischen Nationaloper entpuppt sich „Pique Dame“ als ein Werk über die Grenzen von Begierde und Logik, über die schmale Grenze zwischen Glauben und Illusion. Es ist eine düstere, fesselnde Reise in die Welt eines Mannes, der glaubte, das Schicksal überlisten zu können, nur um sich schließlich darin zu verlieren.
Die GNO wird vom griechischen Kulturministerium gefördert
Produktionssponsor: Piraeus Bank
Hauptstifter der GNO: Stavros Niarchos Foundation (SNF)
Der Kartenvorverkauf beginnt am 1. Juni 2026.
Die Buchung für Mitglieder von operaclub.nationalopera.gr ist bereits möglich.
Ballett • Wiederaufnahme
Giselle
Musik von Adolphe Adam, mit Ergänzungen von Friedrich Burgmüller und Boris Asafyev
20., 22., 24., 26., 31. Dezember 2026 & 2., 3., 7., 8., 9., 10. Januar 2027
Beginn: 19.30 Uhr (Sonntag, 24. und 31.12.: 18.30 Uhr)
GNO Stavros Niarchos Saal – Stavros Niarchos Foundation Cultural Center
Wiederaufnahme der Choreografie, Bearbeitung: Verónica Villar, Elena Iglesias, nach der Originalchoreografie von Marius Petipa (nach Jean Coralli und Jules Perrot)
Dirigent: José Salazar
Bühnen- und Kostümbild: Dido Gogkou | Lichtdesign: Eleftheria Deko
Mit Maia Μakhateli, Elisabeth Tonev, Ksenia Ovsyanick, Carollina Bastos, Leticia Dias, Young Gyu Choi, Alejandro Virelles u. a.
Mit dem Orchester, den Solotänzer:innen, Solist:innen, Demi-Solist:innen, dem Corps de ballet der GNO und Schüler:innen der GNO Professional Dance School
Die Saison 2026/27 der Griechischen Nationaloper bringt Giselle zurück in die Stavros-Niarchos-Halle – jene Inszenierung, die das Publikum im Winter 2025/26 verzauberte und die unvergängliche Faszination des berühmtesten Balletts der Romantik unterstrich. Adolphe Adams Meisterwerk wird im Dezember 2026 und Januar 2027 in zehn Vorstellungen präsentiert, in einer neuen, beeindruckenden Interpretation der klassischen Choreografie von Marius Petipa durch die renommierten Choreografinnen Verónica Villar und Elena Iglesias. Diese Produktion des GNO-Balletts mit Ballettstars von Weltklasse verspricht ein Erlebnis von hohem ästhetischem Anspruch, bei dem technische Perfektion auf tiefgründigen emotionalen Ausdruck trifft.
Giselle ist eines der berühmtesten Ballette aller Zeiten und ein Meilenstein in der Geschichte des Tanzes. Obwohl es in Europa eine Zeit lang in Vergessenheit geraten war, feierte es zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Comeback und eroberte seinen Platz im weltweiten Repertoire zurück. Die Titelrolle, oft als „Hamlet des Balletts“ bezeichnet, gilt bis heute als die ultimative Herausforderung für eine Ballerina und erfordert eine seltene Kombination aus technischer Meisterschaft und kraftvoller dramatischer Darstellung.
Die Geschichte dreht sich um die unglückliche Liebe der jungen Bäuerin Giselle zu Graf Albrecht, der seine wahre Identität vor ihr verbirgt. Als die Wahrheit ans Licht kommt und sein Verrat unerträglich wird, wird Giselle in den Wahnsinn und in den Tod getrieben. Im zweiten Akt kehren die Wilis – die Geister betrogener junger Frauen – in eine traumhafte, unheimliche Welt zurück, um Rache zu nehmen, indem sie Männer in einen unerbittlichen Tanz verführen, bis diese vor Erschöpfung zusammenbrechen. Doch die Liebe besiegt den Tod, denn Giselle beschützt Albrecht und schenkt ihm durch Vergebung das Leben.
Giselle ist nicht nur eine Geschichte von Romantik und Verrat; es ist ein zutiefst poetisches Werk über die Kraft der Liebe, die die Grenzen der Existenz selbst überschreitet. Adams Musik und die Choreografie, die subtile Nuancen zwischen dem Realismus des ersten Aktes und der ätherischen, poetischen Atmosphäre des zweiten Aktes aufweist, schaffen ein einzigartiges Bühnenuniversum, das von einer stillen Spannung und transzendentaler Schönheit geprägt ist.
Die GNO wird vom griechischen Kulturministerium gefördert
Ballett-Sponsor: Prodea Investments
Hauptstifter der GNO: Stavros Niarchos Foundation (SNF)
Der Kartenvorverkauf beginnt am 1. Juni 2026.
Für Mitglieder von operaclub.nationalopera.gr ist der Vorverkauf bereits eröffnet.
Oper • Wiederaufnahme
Tosca
Giacomo Puccini
24., 26., 28., 30., 31. Januar & 3., 7., 11. Februar 2027
Beginn: 19.30 Uhr (Sonntag: 18.30 Uhr)
GNO Stavros Niarchos Saal – Stavros Niarchos Foundation Cultural Center
Dirigent: Pier Giorgio Morandi
Regie, Bühnenbild, Kostüme: Nikos S. Petropoulos
Regie der Wiederaufnahme: Ion Kesoulis
Lichtdesign: Christos Tziogkas
Chorleiter: Agathangelos Georgakatos
Leiterin des Kinderchors: Konstantina Pitsiakou
Mit Sonya Yoncheva, Cellia Costea, Charles Castronovo, Arturo Chacon-Cruz, Riccardo Massi, Dimitri Platanias, Tassos Apostolou
Mit Solist:innen, Orchester, Chor und Kinderchor* der GNO
* im Rahmen ihres pädagogischen Auftrags
Mit Tosca von Giacomo Puccini kehrt eine der eindrucksvollsten Inszenierungen der GNO auf die Bühne zurück – sie trägt die Handschrift von Nikos S. Petropoulos, der seit 1971 als Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner das Profil des Hauses entscheidend mitgeprägt hat. Die Wiederaufnahme markiert den Auftakt einer Hommage an sein über fünf Jahrzehnte währendes künstlerisches Wirken.
Tosca, ein psychologisch dichtes Opernthriller-Meisterwerk, wurde 1900 in Rom uraufgeführt und zählt heute zu den berühmtesten Opern weltweit. Die GNO brachte das Werk erstmals 1942 im Sommertheater am Klafthmonos-Platz zur Aufführung – mit der damals 19-jährigen Maria Kalogeropoulou, der späteren Maria Callas, in der Titelrolle. Seither gehört Tosca fest zum Repertoire der GNO.
Die nun gezeigte Produktion wurde 2007 am Olympia-Theater uraufgeführt. Petropoulos verlegte die Handlung ins Rom der 1940er-Jahre, mitten in die Wirren des Zweiten Weltkriegs. Seine Inszenierung legt das Augenmerk auf Gewalt, Sadismus und extreme Emotionen. Besonders der zweite Akt – die Konfrontation zwischen Tosca und Scarpia – erhält beinahe Thriller-Dimensionen. Das schwarz-weiße Bühnenbild und das expressive Lichtdesign erzeugen eine intensive, filmisch anmutende Atmosphäre, die stark vom italienischen Neorealismus inspiriert ist.
Der Regisseur bemerkt: „Im Februar 1944, in einem Rom, das einer Karikatur der offenen Stadt gleicht – voller Flüchtlinge, Spitzel, Doppelagenten, Denunzianten, Kollaborateure, Folterer und Geflohener –, inmitten alliierter Bombardierungen, Truppenbewegungen und Panik, entfaltet sich Tosca als ein realistisches Historiendrama des 20. Jahrhunderts.
In der Inszenierung sind international renommierte Künstler:innen zu sehen, darunter Sonya Yoncheva, Cellia Costea, Charles Castronovo, Arturo Chacon-Cruz, Riccardo Massi, Dimitri Platanias, Tassos Apostolou u. a.
Die GNO wird vom griechischen Kulturministerium finanziert
Hauptstifter der GNO: Stavros Niarchos Foundation (SNF)
Der Kartenvorverkauf beginnt am 1. November 2026.
Für Mitglieder von operaclub.nationalopera.gr ist der Vorverkauf bereits eröffnet.
Ballett • Neuproduktion
Endstation Sehnsucht
Valentina Turcu
Nach dem gleichnamigen Theaterstück von Tennessee Williams
Eine Koproduktion mit dem Slowenischen Nationaltheater Maribor
12., 20., 21. Februar & 6., 7. März 2027
Beginn: 19.30 Uhr (Sonntag: 18.30 Uhr)
GNO Stavros Niarchos Saal – Stavros Niarchos Foundation Cultural Center
Choreografie: Valentina Turcu
Bühnenbild: Marko Japelj | Kostümdesign: Alan Hranitelj
Lichtdesign: Aleksandar Čavlek | Video: Martin Svobodnik
Mit Solist:innen, Demi-Solist:innen und dem Corps de ballet der GNO
„Manche Geschichten gehören zu einer Nation. Manche gehören zu einer Epoche. Und manche weigern sich, in einer Zeit zu verharren, weil sie vom menschlichen Zerbrechen selbst erzählen. Tennessee Williams’ ‚A Streetcar Named Desire‘ ist eine dieser Geschichten“, bemerkt die Choreografin Valentina Turcu über die gleichnamige Ballettproduktion, die im Februar und März 2027 vom Ballett der Griechischen Nationaloper aufgeführt wird. Basierend auf Tennessee Williams’ emblematischem Theaterstück bietet dieses Werk eine zeitgenössische, zutiefst psychologische Interpretation eines der wichtigsten Texte des 20. Jahrhunderts und vermittelt dessen dramatische Spannung durch Körperausdruck und Bewegung. „A Streetcar Named Desire“ ist eine Koproduktion mit dem Slowenischen Nationaltheater Maribor, die durch eine Förderung der Stavros Niarchos Foundation (SNF) zur Stärkung der künstlerischen Reichweite der GNO ermöglicht wurde.
Die Geschichte dreht sich um eine Frau, die von einer frühen traumatischen Erfahrung geprägt ist, die ihr gesamtes Leben bestimmt hat. Blanche Dubois sucht Zuflucht im Haus ihrer Schwester Stella, um Schutz zu finden. Dort wird sie mit einer Welt konfrontiert, die von Stanley beherrscht wird, einem Mann, der Kraft und Instinkt verkörpert. Die Spannung zwischen ihnen wächst als Mischung aus Anziehung und Konflikt, während Blanches zerbrechliche Illusion mit der harten Wahrheit kollidiert, die er ihr aufzwingt.
Turcus Interpretation konzentriert sich auf die offene Wunde der Figuren, die Erforschung des Begehrens als Bedürfnis, der Illusion als Überlebensmechanismus und der Erinnerung als Raum. Ihr choreografischer Ansatz, der sich auf Elemente des klassischen und modernen Vokabulars stützt, formt einen hybriden Stil, der das Innenleben der Figuren in den Vordergrund rückt.
Die von der Choreografin selbst entworfene musikalische Dramaturgie dient als grundlegender Puls, der sich durch die Aufführung zieht, die dramatische Spannung steigert und die inneren Schwankungen der Figuren beleuchtet.
So wie Elia Kazans Verfilmung des Stücks eine neue Ära in der Schauspielkunst einläutete, so bietet Valentina Turcus choreografische Inszenierung einen zeitgenössischen Ansatz für das Erzählen von Geschichten im Ballett – ein physisches Theater, in dem Emotionen nicht nachgespielt, sondern erlebt werden. In „A Streetcar Named Desire“ verleiht die Choreografie der Geschichte eine körperliche Dimension und offenbart das tiefe menschliche Bedürfnis nach Liebe, Anerkennung und Überleben in einer Welt, die Verletzlichkeit oft nicht verzeiht.
Die GNO wird vom griechischen Kulturministerium gefördert
Ballett-Sponsor: Prodea Investments
Hauptstifter der GNO: Stavros Niarchos Foundation (SNF)
Der Kartenvorverkauf beginnt am 1. November 2026.
Für Mitglieder von operaclub.nationalopera.gr ist die Buchung bereits möglich.
Oper • Neuproduktion
The Rake’s Progress
Igor Strawinsky
5., 10., 13., 17., 19. März 2027
Beginn: 19.30 Uhr (Sonntag: 18.30 Uhr)
GNO Stavros Niarchos Saal – Stavros Niarchos Foundation Cultural Center
Dirigent: Jacques Lacombe
Regie: Alexandros Efklidis
Dramaturgie: Kharálampos Goyós
Bühnenbildner: Yiannis Katranitsas
Kostümbildnerin: Mayou Trikerioti
Lichtdesign: Christos Tziogkas
Chorleiter: Agathangelos Georgakatos
Mit Christos Kechris, Dimitri Platanias, Danae Kontora, Anita Rachvelishvili, Yannis Kalyvas
Mit Solist:innen, Orchester und Chor der GNO
Igor Strawinskys dreiteilige Oper „The Rake’s Progress“, eines der markantesten und vielschichtigsten Werke des 20. Jahrhunderts, eine allegorische Erzählung über das Streben nach Glück, die Herausforderung ethischer Entscheidungen und die Grenzen des freien Willens, wird von der Griechischen Nationaloper in der Spielzeit 2026/27 in einer Neuproduktion präsentiert, die einen kreativen Dialog mit der Geschichte der Oper selbst führt. Unter der Regie des Regisseurs Alexandros Efklidis wird das Werk als lebendiges Opernmuseum inszeniert, als eine Reise durch die Zeit, in der verschiedene Epochen und Ästhetiken nebeneinander existieren und die anhaltende Spannung zwischen Tradition und zeitgenössischen Perspektiven beleuchten.
Die Oper verfügt über ein englisches Libretto der renommierten Dichter Wystan Hugh Auden und Chester Kallman, inspiriert von William Hogarths Stichen, die die englische Gesellschaft des 18. Jahrhunderts satirisch darstellten und Momente aus dem Leben von Tom Rakewell schilderten, dem Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns, der sein gesamtes Vermögen durch Glücksspiel und einen luxuriösen Lebensstil verschleudert. Das Werk wurde 1951, sechs Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, im Teatro La Fenice in Venedig uraufgeführt.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Reise des jungen Tom Rakewell, einer Figur, deren Leben weniger von ihren Entscheidungen als vielmehr von deren Verzicht geprägt ist. Tom lehnt die Aussicht auf ein ehrenhaftes, aber konventionelles Leben auf dem Land ab, um sein Schicksal im kosmopolitischen London zu suchen. Von der rätselhaften, mephistophelischen Gestalt des Nick Shadow mitgerissen, verlässt Tom seine treue Verlobte Anne Truelove und stürzt sich in eine Welt exhibitionistischer Konsumfreudigkeit, moralischer Verwirrung und irrationaler Entscheidungen. Durch eine Reihe unglücklicher Entscheidungen – von einer exzentrischen Heirat mit einer Frau, die er nicht liebt, bis hin zu einer Investition in eine betrügerische „Wunder“-Maschine – verliert Tom allmählich die Kontrolle über sein Schicksal. Was als fruchtloser Idealismus und Streben nach Vergnügen beginnt, endet in existenzieller Langeweile und schmerzhafter wirtschaftlicher und geistiger Bankrotterklärung. Trotz Annes selbstloser Bemühungen, ihn zu retten, endet Toms Reise tragisch in der psychiatrischen Klinik Bedlam, wo er, nachdem er bereits seine Identität verloren hat, Erlösung in seinen Illusionen sucht.
In Anlehnung an den doppelten Charakter des Werks, das sich zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Erinnerung und Nachstellung bewegt, schafft die Inszenierung der neuen Produktion ein ästhetisches Universum, das Elemente aus dem 18. bis zum 20. Jahrhundert aufgreift. Die Aufführung setzt sich mit den Konzepten von Geschichtlichkeit und dramatischer Darstellung auseinander und bietet eine Interpretation, in der die Oper selbst zum Gegenstand der Reflexion wird. Wie der Regisseur Alexandros Efklidis treffend bemerkt: „The Rake’s Progress wird von manchen als die ‚letzte Oper‘ und von anderen als die erste ‚Meta-Oper‘ angesehen. Ob wir es nun als ein spätneoklassisches Werk oder als Vorläufer der Postmoderne betrachten, es bleibt ein Stück, das aus den Zutaten der Oper der Vergangenheit besteht, sich der Krise des Genres jedoch voll bewusst ist. Es ist jedoch weit davon entfernt, ein anachronistisches Werk zu sein. In der neuen Inszenierung von The Rake’s Progress, die mir von der GNO anvertraut wurde, nähere ich mich dem Werk wie einem Opernmuseum und spiele mit seinem zeitlichen Rahmen und dem Gesamtkonzept der Historizität. Im Rahmen des allgemeinen Kontextes von Historizität und „historischen“ Aufführungen bewege ich mich durch die Zeit zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert – jene Ära, die für die meisten Schöpfer die Hauptquelle für Musiktheatermaterial darstellt und die die meisten zeitgenössischen Opernhäuser als Kern ihres Repertoires nutzen.“
Stravinskys Musik mit ihrer charakteristischen Reinheit, ihrem ironischen Geist und ihrem ständigen Dialog mit der Vergangenheit bildet den Kern dieses Bühnenerlebnisses. Die Partitur greift die klassizistische Ästhetik auf und dekonstruiert sie zugleich; sie hebt die Künstlichkeit theatralischer Konventionen hervor und beleuchtet die tieferen Gegensätze der Figuren. Mal satirisch, mal zutiefst existentiell – obwohl das Werk rückwärts zu blicken scheint, beschreitet es in Wirklichkeit neue Wege für die Zukunft der Oper und bleibt bis heute eine faszinierende und scharfsinnige Studie der menschlichen Natur.
Die Inszenierung wird namhafte und aufstrebende griechische sowie internationale Sänger:innen präsentieren, darunter Christos Kechris, Danae Kontora, Dimitri Platanias, Anita Rachvelishvili und Yannis Kalyvas.
Die GNO wird vom griechischen Kulturministerium gefördert
Produktionssponsor: Metlen Energy & Metals
Hauptstifter der GNO: Stavros Niarchos Foundation (SNF)
Der Kartenvorverkauf beginnt am 1. November 2026.
Für Mitglieder von operaclub.nationalopera.gr ist der Vorverkauf bereits eröffnet.
Oper • Wiederaufnahme
Otello
Giuseppe Verdi
Eine Koproduktion mit den Osterfestspielen Baden-Baden
8., 11., 14., 17., 20., 23. April & 6., 9. Mai 2027
Beginn: 19.30 Uhr (Sonntag: 18.30 Uhr)
GNO Stavros Niarchos Saal – Stavros Niarchos Foundation Cultural Center
Dirigent: Vassilis Christopoulos
Regie, Bühnen- und Lichtbild: Robert Wilson
Co-Regie, Wiederaufnahme-Regie: Nicola Panzer
Assistent des Bühnenbildners: Serge von Arx | Kostümbildner: Jacques Reynaud, Davide Boni
Assistent des Lichtdesigners: Marcello Lumaca | Maskenbildnerin: Manuela Halligan
Video: Tomasz Jeziorski | Dramaturgie: Konrad Kuhn
Chorleiter: Agathangelos Georgakatos
Leiterin des Kinderchors: Konstantina Pitsiakou
Mit Brian Jagde, Hovhannes Ayvazyan, Cellia Costea, Tassis Christoyannis, Yannis Christopoulos, Tassos Apostolou
Mit Solist:innen, Orchester, Chor und Kinderchor* der GNO
* im Rahmen ihres pädagogischen Auftrags
Verdis „Otello“ in Robert Wilsons unvergleichlicher Inszenierung kehrt im April und Mai 2027 für acht Vorstellungen an die Griechische Nationaloper zurück. Die Wiederaufnahme dieser einzigartigen Produktion, die 2022 an der GNO unter großem Beifall uraufgeführt wurde, ist eine ultimative Hommage an den renommierten Schöpfer, der ein Vermächtnis hinterlassen hat, das die Sprache der Oper neu definiert hat. Die Oper, die auf Shakespeares gleichnamigem Meisterwerk basiert, entfaltet sich durch eine Inszenierung von hoher Ästhetik und kraftvoller Innerlichkeit, die den Stempel eines großen Schöpfers trägt, der die Regeln der Erzählung auf den Kopf stellt, Licht, Zeit und Bewegung eine Hauptrolle zuweist und ein Bühnenerlebnis schafft, das sowohl ein musikalisches als auch ein visuelles Ereignis ist.
Verdis Meisterwerk, das 1997 an der Mailänder Scala uraufgeführt wurde, zählt zu den reifsten und dramatisch verdichteten Werken des Komponisten. Mit einer vorbildlichen Ökonomie der Ausdrucksmittel zeichnet Verdi ein fesselndes psychologisches Porträt der Hauptfigur, fängt deren Heldentum, Eifersucht und Selbstzerstörung ein und schafft zugleich ein musikalisches Universum, in dem die äußeren Handlungen und die Innenwelten der Figuren untrennbar miteinander verwoben sind.
Im Zentrum der Tragödie steht ein Mann, der auf dem Schlachtfeld unbesiegbar war, sich selbst gegenüber jedoch wehrlos ist. Otello, hin- und hergerissen zwischen Liebe und Unsicherheit, verwandelt sich allmählich von einem Helden in ein Opfer eines inneren Sturms. An seiner Seite verkörpert Desdemona eine Reinheit, die im Schatten des Misstrauens keinen Bestand haben kann, während Iago unsichtbar hinter den Kulissen die Fäden zieht, wie ein Schatten, der sich von menschlicher Schwäche nährt.
In Wilsons Interpretation ist Otello ein „Fremder“, der in einem ständigen inneren Konflikt gefangen ist. Durch seinen absolut eigenwilligen Stil räumt der Regisseur der Musik Vorrang ein und schafft Bilder, die an Tableaux vivants erinnern. Wie er kurz vor der Uraufführung des Werks 2019 bei den Osterfestspielen in Baden-Baden bemerkte: „Otello beschäftigt sich mit der Frage: Wie ist es, ein Fremder zu sein? Das ist sicherlich zeitgemäß, aber es ist ein klassischer Konflikt. Und diese klassischen Konflikte findet man in der gesamten Literatur, in der gesamten Geschichte. Man kann sagen, es sei zeitgemäß, aber ich würde eher sagen, es ist voller Zeit. Es ist nicht zeitlos, sondern voller Zeit. Wir können ins 16. Jahrhundert oder ins 19. Jahrhundert zurückgehen oder wir können im 21. Jahrhundert sein, wir haben immer noch dieselben alten Konflikte.“
Die GNO wird vom griechischen Kulturministerium gefördert
Produktionssponsor: Eurobank
Hauptstifter der GNO: Stavros Niarchos Foundation (SNF)
Der Kartenvorverkauf beginnt am 1. Februar 2027.
Für Mitglieder von operaclub.nationalopera.gr ist der Vorverkauf bereits eröffnet.
Halbszenische Produktion • Neuproduktion
Missa solemnis
Ludwig van Beethoven
Zum 200..Todestag des Komponisten
23., 26., 28., 30. Mai und 2. Juni 2027
Beginn: 19.30 Uhr (Sonntag: 18.30 Uhr)
GNO Stavros Niarchos Saal – Stavros Niarchos Foundation Cultural Center
Dirigent: N.N.
Regie: tba
Chorleiter: Agathangelos Georgakatos
Solist:innen: Vassiliki Karayanni, Anna Agathonos, Yannis Christopoulos, Tassos Apostolou
Mit dem Orchester, dem Chor und dem Ballett der GNO
Ludwig van Beethovens „Missa solemnis“ ist eines der majestätischsten und anspruchsvollsten Meisterwerke der westlichen Musik, ein zutiefst spirituelles Werk, das die Grenzen der liturgischen Musik überschreitet und sich in ein persönliches Bekenntnis, ein Gebet und eine Hymne an den Frieden verwandelt.
Beethoven begann 1819 mit der Komposition dieses Werks anlässlich der Ernennung seines Gönners, Schülers und Freundes, Erzherzog Rudolf von Österreich, zum Erzbischof von Olmütz. Der Umfang und der Anspruch des Stücks führten jedoch zu einem vierjährigen Schaffensprozess, und es wurde schließlich 1824 in Sankt Petersburg uraufgeführt.
Basierend auf dem Text der katholischen Heiligen Messe und gegliedert in fünf Abschnitte – Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei – vereint die „Missa solemnis“ explosive Dramatik, mystische Innerlichkeit und für ihre Zeit beispiellose musikalische Komplexität und bleibt bis heute eines der anspruchsvollsten Werke im Chor- und Sinfonie-Repertoire.
Das Werk wird erstmals von der Griechischen Nationaloper in einer Bühnenfassung aufgeführt, bei der das gesamte künstlerische Ensemble der GNO (Orchester, Chor, Ballett) zum Einsatz kommt.
Die GNO wird vom griechischen Kulturministerium gefördert
Ballett-Sponsor: Prodea Investments
Hauptstifter der GNO: Stavros Niarchos Foundation (SNF)
Der Kartenvorverkauf beginnt am 1. Februar 2027.
Die Buchung für Mitglieder von operaclub.nationalopera.gr ist bereits möglich.
Oper • Wiederaufnahme
Madama Butterfly
Giacomo Puccini
25., 27., 29. Juni sowie 1., 3., 11., 18. Juli 2027
Beginn: 20.00 Uhr
GNO Stavros Niarchos Saal – Stavros Niarchos Foundation Cultural Center
Dirigent: Sesto Quatrini
Regie, Bühnen- und Kostümbild: Hugo de Ana
Videoprojektionsdesigner: Sergio Metalli – Ideogamma SRL
Chorleiter: Agathangelos Georgakatos
Mit Ermonela Jaho, Cellia Costea, Marcelo Puente, Anita Rachvelishvili, Tassis Christoyannis
Mit Solist:innen, Orchester und Chor der GNO
Giacomo Puccinis „japanische Tragödie“, Madama Butterfly, eines der ikonischsten und zeitlosesten Werke des Opernrepertoires, kehrt im Juni und Juli 2027 für sieben Vorstellungen in die Stavros-Niarchos-Halle zurück. Hugo de Anas wiederaufgenommene Inszenierung rückt eine der beliebtesten Produktionen der GNO in den Vordergrund, die im Odeon des Herodes Atticus Premiere feierte und anschließend für die Stavros-Niarchos-Halle angepasst wurde. Durch atemberaubende Projektionen, minimalistische und doch symbolträchtige Requisiten sowie ästhetisch anspruchsvolle Kostüme entsteht ein visuelles Universum, in dem das traditionelle Japan in einen kreativen Dialog mit der westlichen Moderne tritt und ein äußerst atmosphärisches und ästhetisch fesselndes Erlebnis bietet.
Von ihrer Uraufführung 1904 an der Mailänder Scala, die in einem eklatanten Misserfolg endete, bis hin zu Puccinis überarbeiteter Fassung, die nur wenige Monate später in Brescia präsentiert wurde, entwickelte sich „Madama Butterfly“ zu einer der größten Errungenschaften der Oper. Sie markiert zudem einen bedeutenden Meilenstein für die GNO, da sie 1940 deren erste Produktion war, und ruft bis heute, mehr als ein Jahrhundert nach ihrer Entstehung, tiefe Emotionen beim Publikum hervor.
Die Handlung, die im frühen 20. Jahrhundert spielt, erzählt die Geschichte der tragischen Liebe zwischen der jungen Geisha Cio-Cio-San, der sogenannten Butterfly, und dem amerikanischen Marineoffizier Benjamin Franklin Pinkerton. Für sie stellt ihre Ehe ein heiliges Band und ein Versprechen fürs Leben dar; für ihn jedoch bedeutet sie etwas anderes. Als Pinkerton in die Vereinigten Staaten zurückkehrt, wartet Butterfly drei lange Jahre treu mit ihrem Kind auf ihn. Doch als er zurückkehrt, bringt er seine neue amerikanische Frau mit, wodurch die Heldin mit der bitteren Wahrheit konfrontiert wird. Nachdem sie beschlossen hat, das Kind seinem Vater zu übergeben, wird Cio-Cio-San zu einer erschütternden Selbstaufopferung getrieben, die ihr Schicksal mit einem tragischen Ende besiegelt.
Die Inszenierung dieser Produktion rekonstruiert auf subtile Weise die Atmosphäre des Japans des frühen 20. Jahrhunderts und schafft einen poetischen Rahmen, in dem östliche Ästhetik auf westliche Dramaturgie trifft. Die von Tradition und theatralischem Minimalismus inspirierten Kostüme und Bühnenbilder unterstreichen den Konflikt zwischen zwei Welten – der japanischen Kultur und der amerikanischen Präsenz –, der im Zentrum der Oper steht. Mit seiner unverwechselbaren Ästhetik entwickelt Hugo de Ana einen Regiestil, der „großes Spektakel“ mit Detailtreue in den Darbietungen in Einklang bringt und so die psychologischen Nuancen der Figuren hervorhebt. Die Besetzung umfasst international gefeierte Protagonisten, darunter Ermonela Jaho, Cellia Costea, Marcelo Puente, Anita Rachvelishvili und Tassis Christoyannis.
Die GNO wird vom griechischen Kulturministerium gefördert
Produktionssponsor: Public Power Corporation (PPC)
Hauptstifter der GNO: Stavros Niarchos Foundation (SNF)
Der Kartenvorverkauf beginnt am 1. Februar 2027.
Für Mitglieder von operaclub.nationalopera.gr ist die Buchung bereits möglich.
Oper • Wiederaufnahme
Rigoletto
Giuseppe Verdi
17., 20., 22., 23., 25., 28., 30. Juli 2027
Beginn: 20.00 Uhr
GNO Stavros Niarchos Saal – Stavros Niarchos Foundation Cultural Center
Dirigent: Lukas Karytinos
Regie, Bühnenbild, Kostüm- und Lichtdesign: Nikos S. Petropoulos
Regie der Wiederaufnahme: Ion Kesoulis
Chorleiter: Agathangelos Georgakatos
Mit Dimitri Platanias, Dionysios Sourbis, Vassiliki Karayanni, Yannis Christopoulos, Petros Magoulas
Mit Solist:innen, Orchester und Chor der GNO
Giuseppe Verdis „Rigoletto“, eines der gewagtesten und beliebtesten Werke des weltweiten Repertoires, eine Geschichte, die die wildesten Seiten der menschlichen Natur beleuchtet, kehrt im Juli 2027 für sieben einzigartige Aufführungen in die Stavros-Niarchos-Halle zurück. In dieser ikonischen Inszenierung der Griechischen Nationaloper, deren Regie sowie Bühnen- und Kostümbild von Nikos S. Petropoulos stammen, wird die Handlung vom Mantua der Renaissance ins Mailand des Jahres 1938 verlegt. Vor dem Hintergrund eines Italiens, das von der Illusion Mussolinis faschistischem Ruhm getäuscht und in moralischen Verfall gestürzt ist, verwandelt sich die Bühne in ein beklemmendes Film-Noir-Universum, in dem Schatten realer wirken als das Licht und Macht mit zynischer, extremer Arroganz zur Schau gestellt wird.
Im Mittelpunkt des Dramas steht Rigoletto, eine der komplexesten und widersprüchlichsten Figuren des Opernrepertoires, der darum kämpft, seine Tochter vor genau der Welt zu schützen, der er dient. Doch das Schicksal, das von Anfang an als Fluch angekündigt wird, hängt wie ein Schatten über der Geschichte. Liebe wird zur Schwäche, Rache zur Falle und Opferbereitschaft zur tragischen Ironie. In ihrem Bestreben, den Mann zu retten, der sie betrogen hat, treibt es Gilda in die Selbstzerstörung, während Rigoletto in seinen endgültigen Untergang geführt wird.
Verdis Musik, die für ihre Zeit eine beispiellose kompositorische Kühnheit aufweist, zeichnet detaillierte psychologische Porträts der Figuren. Wie der Kritiker Tommaso Locatelli bei der Uraufführung 1851 bemerkte, „spricht, weint und bewegt“ das Orchester hier auf überwältigende Weise das Publikum, indem es den heftigen Wechseln zwischen Zynismus und Zuneigung folgt. Von der bedrohlichen Ouvertüre bis zum herzzerreißenden Finale steht die Partitur in perfektem Dialog mit der von der Inszenierung geschaffenen Atmosphäre und erinnert uns daran, dass die Arroganz der Macht und das Verlangen nach Rache zeitlos sind. In diesem „realistischen historischen Drama des 20. Jahrhunderts“ erweist sich Erlösung als schmerzhafter Trugschluss, und die Tragödie gipfelt in rücksichtslosem Determinismus, der das Publikum der Erhabenheit eines Schicksals aussetzt, das keinen Raum für Flucht lässt.
In Rigoletto bleibt nichts unschuldig; weder die Liebe, noch die Macht, noch gar die Gerechtigkeit selbst. Das Werk ist bis heute eine faszinierende Studie über Macht, Unschuld, Rache und Opfer auf einem rücksichtslosen Weg in die Zerstörung.
Die Rolle des Rigoletto wird einer der weltweit führenden Interpreten dieser Rolle übernehmen, der griechische Bariton Dimitri Platanias. In der zweiten Besetzung wird der außergewöhnliche Bariton Dionysios Sourbis von der GNO sein Debüt in der Titelrolle geben.
Die GNO wird vom griechischen Kulturministerium gefördert
Produktionssponsor: Public Power Corporation (PPC)
Hauptstifter der GNO: Stavros Niarchos Foundation (SNF)
Der Kartenvorverkauf beginnt am 1. Februar 2027.
Für Mitglieder von operaclub.nationalopera.gr ist der Vorverkauf bereits eröffnet.
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